Ziele unserer Selbsthilfegruppen sind :
- Kontakte mit Betroffenen, deren Angehörigen und Freunden pflegen.
- Tips im Umgang mit der neuen Lebenssituation.
- neuere therapeutische Möglichkeiten vorstellen.
- Hinweise geben auf Fortbildungsseminare der dPV
Kontaktadressen :
Horst Baier, Amselweg 3, 34225 Baunatal,
Tel. 0561 493915
Fax 0561 5201232
Ingeburg Birkigt-Deppenmeier, Habichtswalder Str. 25, 34246 Vellmar
Tel. 0561 821446
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Miteinander in Bewegung
bleiben !
„Atmen Sie tief ein, den Atem anhalten, durch den Mund ausatmen, nicht
verkrampfen, immer locker, aber konzentriert, die Hände falten, Handflächen
gegeneinander pressen und die Arme senkrecht nach oben strecken, atmen nicht
vergessen, und noch höher….“
18 Akteure der Parkinson-Selbsthilfe-Gruppe der Region Kassel folgen den
Anweisungen der Physiotherapeuten der Elena-Klinik. Sie nehmen jeden Donnerstag
Nachmittag das Gymnastikangebot der Klinik in Anspruch, denn Bewegung ist als
Ergänzung zur medikamentösen Therapie für Parkinson-Erkrankte überaus wichtig.
Ebenso wichtig ist der soziale Kontakt, der in der Selbsthilfegruppe entsteht.
Personen, die an Parkinson erkranken, fühlen sich verunsichert und ziehen sich
deshalb aus den bisher gewohnten Kontakten zurück.
Vorausschauende Mitmenschen gründeten vor 28 Jahren die Gruppe in Kassel, aus
der sich im Laufe der Jahre zahlreiche Möglichkeiten der Begegnung entwickelten.
Diese Gruppe ist eine von 420 bundesweiten Regionalgruppen, die von der
Deutschen-Parkinson-Vereinigung organisatorisch und inhaltlich betreut werden.
Die Parkinsonsche Erkrankung beginnt für die Betroffenen langsam und unmerklich.
„Zuerst zitterten meine Hände“, erzählt ein seit 15 Jahren in der Gruppe aktives
Mitglied und einer von ca. 250 000 Erkrankten in Deutschland. „Meine Bewegungen
wurden zunehmend unkontrollierbarer und verloren die selbstverständliche
Harmonie. Zittern, Steifheit und Verlangsamung beherrschten meinen Körper mehr
und mehr. Ich lief gebeugt, spürte zunehmend Störungen des Gleichgewichts, meine
Sprache wurde leiser und undeutlicher und ich immer unsicherer. Erst der Kontakt
und die Informationen in der Selbsthilfe-Gruppe erlaubten mir, zu meiner
Krankheit zu stehen, mein Selbstvertrauen aufzubauen und alte Kontakte wieder
aufzunehmen.“
So treffen sich jeden Monat 50 - 60 Menschen im Blauen Café in Kassel. Die
Inhalte der Nachmittage sind thematisch meist vorgegeben. Fachleute erläutern
das Thema, anschließend wird es diskutiert, ergänzt und vertieft. Natürlich
finden auch viele persönliche Gespräche in entspannter Atmosphäre bei leckerem
Kuchen statt.
Im Laufe der Zeit bildeten sich so innerhalb der größeren Gruppierung kleinere
Gruppen. Eine Gruppe widmet sich dem Gedächtnistraining, andere wandern und
erkunden die Umwelt. Neben der Gymnastik in der Elena-Klinik trifft sich 2x
wöchentlich eine weitere Gymnastikgruppe. Angehörige treffen sich unter
fachkundiger Leitung, um sich in rückenschonender Pflege weiter zu bilden. Da
auch sie in ihrer Lebensplanung von der Krankheit mit betroffen sind, treffen
sie sich zusätzlich in einem Gesprächskreis. „Hier kann ich meine Ängste
aussprechen, werde verstanden und kann mir Rat und Hilfe holen. Meinen
erkrankten Partner will ich nicht noch mit meinen Problemen belasten“. Solche
und ähnliche Aussagen führten im vergangenen Jahr zu einem gemeinsamen
Wochenendseminar unter fachkundiger Leitung einer Psychologin. Die Gespräche
waren intensiv, das Zusammensein stärkte die Offenheit, die Spiele und der
Gesang am Abend das Vertrauen. Das Wochenende wird wiederholt – es ist um einen
Tag verlängert und bereits gebucht worden.